Die Schweiz geht neue Wege

Erkannt und reagiert! Die Bedrohungsanalyse der Schweiz.

30.04.2026

Nach Schleswig-Holstein in Deutschland und der Ankündigungen aus Frankreich, ist die Schweiz nun schon der dritte Staat, der sich von den Zwangsmaßnahmen von Microsoft, vorwiegend aber von dessen Sicherheitspolitik verabschiedet.

Wer über einen möglichen Umstieg einmal nachdenken möchte, kann sich hier weitere Informationen holen.

Schweiz und MS

Ein Land geht neue Wege

„Wer ankündigt, einen Anbieter langfristig zu verlassen, unmittelbar nachdem man gerade einen Großauftrag mit ihm abgeschlossen hat, der hat nicht seine Meinung geändert, der hat seine Bedrohungsanalyse geändert.“
Neue Zürcher Zeitung

In der Bundesverwaltung der Schweiz wurden insgesamt 54.000 Arbeitsplätze mit Microsoft 365 auf die letzten Versionen nachgerüstet, aber danach werden die Lizenzen nicht mehr weiter verlängert. Bund und Kantone in der Schweiz sollen lt. SWF in den vergangenen zehn Jahren über 1,1 Milliarden Schweizer Franken für Microsoft Lizenzen ausgegeben haben. Nun wird nach dem Muster von Schleswig-Holstein in Deutschland die gesamte Bundesverwaltung auf Open-Source-Software umgestellt.

Hauptsächlich verantwortlich für diesen Schritt ist der sog. Cloud-Act der USA. Ein Bundesgesetz, das es den dortigen Behörden erlaubt, auf alle Server und somit Daten der großen Software-Anbieter zuzugreifen. Betroffen davon sind alle Server amerikanischer Firmen wie Microsoft, Apple oder Adobe, egal wo diese physikalisch aufgestellt sind. Während man aber bei Apple oder Adobe nicht gezwungen wird, die jeweiligen Server zu verwenden, wird bei der Verwendung von Microsoft Software dieses Manko zwingend vorgeschrieben. 

Alleine der Umstand, dass anderen Behörden die Möglichkeit gewährt wird, davon Gebrauch zu machen, wird als sehr hohes Sicherheitsrisiko eingestuft. In Zeiten, wo es zu politischen Problemen zwischen zwei Staaten kommen könnte, ist man daher abhängig vom guten Willen des jeweiligen Staates. 

Am Beispiel Schleswig-Holstein in Deutschland kann man nun nachvollziehen, dass eine Trennung von dieser Abhängigkeit möglich ist. Die dortige Regierung hat im Herbst 2025 über 40.000 Microsoft-Lizenzen auslaufen lassen. Die Umstellung kostete ca. 9 Millionen Euro. Jedoch spart Schleswig-Holstein ab 2026 jährlich 15 Millionen Euro (!) an Lizenzkosten ein. Die Umstellung amortisiert sich daher in weniger als einem Jahr und man erspart sich danach ebenfalls alle weiteren jährlichen Kosten. Bereits mehr als 80 % der Mitarbeiter verwenden seither LibreOffice für alle Arbeiten im Bereich der Bundesverwaltung. Schleswig-Holstein hat knapp 3 Millionen Einwohner. Deren Beispiel könnte nach der Schweiz in Zeiten wie diesen auch in Österreich zu entsprechenden Einsparungen führen. 

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